To-Do-Listen sind ganz schön pflegebedürftig. Wie viele brauche ich, um gut organisiert zu sein?
Die fünfte Gewohnheit des Zen To Done lautet: „Das einfache, vertrauenswürdige System“. Wenn man dieses Kapitel bewältigen will, muss man drei Bausteine beachten:
- Aufbau
- Hilfsmittel
- Gebrauch
In diesem Teil geht es erst einmal um den Aufbau. Wer bisher fleißig mitgemacht hat, muss für diesen Baustein gar nicht mehr viel tun. Denn Eingangskörbe, ein (einziger) Kalender, eine Ablage und Listen sollten bereits mit an Bord sein.
Listen erweitern
Bisher hatte ich mir angewöhnt, meine Aufgaben auf zwei einfachen To-Do-Listen, „Arbeit“ und „Privat“, zu notieren. Das Prinzip hat sich auch als sehr nützlich erwiesen. Diese beiden Listen sollen jedoch nun um ein paar weitere ergänzt werden, sie bleiben jedoch die Hauptlisten, aus denen ich meine täglichen Aufgaben und „großen Brocken“ herauspicke.
Alles schreit nach Kontexten
Die so genannten „Kontextlisten“ sind David Allens Spezialgebiet. Der GTD-Erfinder schwört darauf, getrennte Listen für zum Beispiel Anrufe, Büroangelegenheiten oder Aufgaben am Computer zu verwenden. Auch Leo Babauta befürwortet Kontexte prinzipiell, um eine einzige lange Listen zu vermeiden. Der Vorteil dieser Aufteilung besteht darin, dass man gezielt nur die Aufgaben anschaut, die man im aktuellen Kontext auch erledigen kann. Leo gibt jedoch zu bedenken, dass es auch schwierig sein kann Kontextlisten auf dem aktuellen Stand zu halten. Darum rät er, so wenig Listen wie möglich anzulegen.
Weniger ist mehr
Bevor ich Zen To Done kennenlernte, hatte ich bereits mit Getting Things Done so meine positiven und negativen Erfahrungen gemacht. Gescheitert bin ich sicher deshalb, weil ich zu viele Kontextlisten angelegt und dadurch irgendwann den Überblick verloren hatte. Aus diesem Grund habe ich mir nun genau überlegt, mit welchen wenigen Kontexten ich in Zukunft auskommen könnte. Meine Entscheidung ist noch nicht endgültig. Mal schauen, ob es mit diesen fünf Listen weiterhin gut klappt.
Folgende fünf Kontextlisten verwende ich:
- @Arbeit
- @Persönlich
- @Besorgungen
- @Warten auf
Für Dinge, die ich gerade nicht erledigen kann, weil ich noch auf Feedback warte bzw. von etwas abhängig bin - @Demnächst
Für Dinge, die ich zu einem späteren, nicht festgelegten Zeitpunkt anpacken möchte
Ergänzende Kontexte, wie bei mir @Besorgungen, @Warten auf und @Demnächst, sollten laut Leo nur bei Bedarf überprüft werden. Wichtig ist, dass man vor allem @Arbeit und @Persönlich im Blick behält.
Welche und wie viele Kontexte nutzt ihr?
Vorschau
Im nächsten Teil geht es um die Hilfsmittel und den Gebrauch des einfachen, vertrauenswürdigen Systems.
Über die Serie »Zen To Done« — der Praxistest
Das Produktivitätssystem „Zen To Done“ von Leo Babauta basiert auf zehn Gewohnheiten. Zum Aufbau jeder einzelnen Gewohnheit, so empfiehlt Babauta, sollte man sich circa dreißig Tage Zeit nehmen. Alle vierzehn Tage berichte ich darüber, wie es mir gelingt, die Theorie in die Praxis umzusetzen.
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11, Teil 12, Teil 13, Teil 14
Das Begleitbuch »Zen To Done«
Die Autoren des Blogs Imgriff haben das Buch „Zen To Done“ von Leo Babauta ins Deutsche übersetzt.
Hier geht’s zum E-Book »Zen To Done«
Leo Babautas Blog Zen Habits





Ich lese in unregelmäßigen Abständen deinen Zen-to-Done-Praxistest. Sehr informativ — vielen Dank.
Was die Kontextlisten angeht, so stimme ich mit David und Leo nicht überein. Was bringen mir Tags wie „Telefon“, wenn ich dafür immer wieder den (Projekt-)Kontext wechseln muss? „Besorgungen“ und „Warten auf“ sind jedoch sehr hilfreich.
Nach so ein bis zwei Jahren hat sich für mich persönlich herausgestellt, dass noch folgende Tags sehr nutzbringend sind: Orte (z.B. Daheim, Arbeit, Unterwegs) um grob filtern zu können, Personen (z.B. Max, Mustermann, …) um insbesondere bei „Warten auf“ die richtige Person ansprechen zu können, Bereiche (z.B. Karriere, Finanzen, Orga, …) um Zeiteinheiten (z.B. 25 Minuten / 1 Pomodoro) täglich möglichst gezielt einzusetzen.
Hi Alex,
dank dir für deinen ausführlichen Kommentar.
Ich denke auch, dass Tags wie „Telefon“ oder „E-Mail“ nicht so nützlich sind. Denn Kommunikation ist schließlich ein Teilbereich der Arbeit, eines Projektes oder persönlicher Aktivitäten.
Deine Idee, Orte oder Personen als Tags bzw. Kontexte zu verwenden, finde ich super! Man muss sich wahrscheinlich einfach ein bisschen (mehr) Zeit geben, um herauszufinden, welche Tags am Besten funktionieren und welche nicht.
Viele Grüße
Müsste nicht schon der nächste Teil der ZTD-Serie draußen sein? Oder ist die Serie von alle 14 Tage auf monatlich umgestellt worden?
Viele Grüße
wbc
Hallo wbc,
danke für deine Nachfrage. Ich freu mich, dass du die Serie verfolgst.
Du hast Recht — die nächste Folge ist überfällig und fast fertig!
Wenn auch in Zukunft alles nach Zen To Done läuft, bleibt es bei „alle 14 Tage neu!“. :-)
Viele Grüße
Svenja
Danke für die Antwort — aber schade, dass es keine E-Mailbenachrichtigung im Kommentarbereich gibt ;) Wozu ist dann die Angabe eine E-Mailadresse erforderlich?
Hi Alex,
danke für deinen Hinweis. In den Kommentar-Einstellungen von Wordpress ist die Angabe des Namen des Kommentarautors leider an die der E-Mail-Adresse gekoppelt. Deshalb muss man die Adresse angeben. Du hast Recht, es wäre super, eine E-Mailbenachrichtigung zu bekommen, damit die Eingabe zusätzlich Sinn macht. Vielleicht integriere ich mal so eine Nachrichtenfunktion, dafür gibt es glaub ich Plugins.
Viele Grüße
Svenja
Ich habe auch GTD gelesen und schon diverse Systeme und Tools für meine Aufgaben ausprobiert. Zum Beispiel hab ich einmal ein Excelsheet verwendet, wo ich eine eigene Spalte für den Kontext hatte. @warten, @web, @unterwegs und @zuhause hab ich u. a. verwendet.
Mittlerweile habe ich meine Aufgabenverwaltung stark vereinfacht. Ich nutze jetzt Evernote. Dort habe ich ein Notizbuch „Aufgaben“, wo alle meine ToDos als einzelne Notizen drinstehen. Kontexte brauche ich gar nicht mehr, da ich versuche die Anzahl der Aufgaben in Grenzen zu halten. Weiters habe ich ein Notizbuch „Aufgaben-Warteschlange“ um die Aufgaben, wo ich auf etwas warten muss von den anderen zu trennen. Als letztes verwende ich noch ein Notizbuch „Ideen“, das dem Kontext @irgendwann/vielleicht entspricht.
Hallo Karl,
vielen Dank für dein Feedback.
Du schriebst: „Kontexte brauche ich gar nicht mehr, da ich versuche die Anzahl der Aufgaben in Grenzen zu halten.“
Mich würde interessieren, wie du das genau schaffst. Mit GTD?
Hi Svenja,
ich verwalte nur meine privaten Aufgaben auf diesem Weg. Dabei handelt es sich in letzter Zeit immer um eine überschaubare Anzahl, sodass eine Einteilung in Kontexte unnötiger Verwaltungsaufwand wären. An GTD halte ich mich nicht mehr wirklich. Ich habe es eine Zeit lang probiert und mich davon etwas inspirieren lassen.
In der Arbeit habe ich übrigens kein bestimmtes System für meine To Dos. Ab und zu schreibe ich mir alles auf einen Zettel, um den Überblick zu bewahren und die Punkte nach Erledigung durchstreichen zu können.
LG aus Wien