Meine Lebensziele? Nein, die hatte ich bisher noch nicht notiert. Das zehnte Kapitel verlangt einen Blick in die Zukunft.
Nach einer harten Arbeitswoche kann das Wochenende für mich manchmal gar nicht schnell genug beginnen. Einen persönlichen Wochenrückblick habe ich bisher nach Feierabend immer ausgeklammert. Ist doch nur zusätzliche Arbeit, warum also nochmal Aufgaben und Termine wälzen? Leo Babauta würde an dieser Stelle wahrscheinlich zu mir sagen: „Gerade nach einer stressigen Woche solltest du unbedingt ein Resümee ziehen.“
Klarer Blick nach vorne und zurück
Der Zen-To-Done-Autor schreibt, dass selbst das beste System nach einer harten Wochen kollabieren würde, es sei denn man macht einen Wochenrückblick. Diese siebte ZTD-Gewohnheit umfasst fünf Schritte – Ich habe mir zunächst die ersten vier vorgenommen …
„Überprüfe Dein Jahres– und Wochenziel“.
Puh – schwere Aufgabe für mich, denn bevor ich diesen Schritt machen kann, muss ich mir erst einmal darüber klar werden, welche Ziele ich mir für mein Leben setze bzw. schon gesetzt habe. Dinge, die ich eines Tages erreichen möchte, hatte ich mir schon einmal notiert, aber nicht so sehr auf das ganze Leben fokussiert. Nach dieser „Einsicht“ fragte ich mich, was ich 2010 tun könnte, um meinen Lebenszielen einen Schritt näher zu kommen. Daraus ergab sich dann mein Jahresziel. Man sollte sich auch wirklich nur eins vornehmen, rät Leo.
Als nächstes setzte ich mir ein kurzfristiges Ziel für die Woche, das mir dabei helfen könnte mein langfristiges Jahresziel zu erreichen. Das Aufschreiben dieser Ziele ist die Vorbereitung für den eigentlichen wöchentlichen Rückblick. Entscheidend ist hier wohl, dass man seine gemachten Fortschritte in der vergangenen Woche überprüft. So verliert man seine Ziele nicht mehr aus dem Auge.
Um mich ausschließlich auf meine Ziele — Träume und Wünsche inbegriffen — zu konzentrieren, habe ich mein Notebook zugeklappt und stattdessen Papier und Stift in die Hand genommen.
Vorgesehener Zeitaufwand (beim ersten Mal): Zehn bis fünfzehn Minuten. Knapp berechnet, wenn man seine Lebensziele vorher noch nicht notiert hat. Später sollten fünf Minuten pro Woche genügen, um seine Aufmerksamkeit auf die eigenen Ziele zu richten.
„Überprüfe Deine Notizen.“
Meine Stöberphase. Alle Notizen, die ich in der vergangenen Woche nicht angefasst hatte, versuchte ich ausfindig zu machen. Zum Beispiel Telefonnummern, die ich nicht übertragen hatte, ließen sich dann in der vorgesehenen Zeit von fünf bis zehn Minuten gut übertragen.
„Überprüfe Deinen Kalender.“
Termine, die sich verschoben haben, trage ich eigentlich immer sofort neu ein, wenn ich die Info dazu erhalten habe. Aber das Überprüfen wurde an anderer Stelle wichtig für mich: Und zwar als ich den Blick in die kommende Woche lenkte und checkte, welche Aufgaben so anstanden. Vorgesehener Zeitaufwand: Fünf Minuten.
„Überprüfe Deine Listen.“
Auf Aktualität. Und zwar alle Kontextlisten, die ich führe, habe ich unter die Lupe genommen. Das war echt ne Menge Arbeit. Aber vielleicht werde ich ja wirklich dadurch eines Tages fokussierter an meinen Aufgaben und Zielen arbeiten können.
… und was haltet ihr von einem Wochenrückblick? Ich bin gespannt auf eure Tipps und Erfahrungen.
Vorschau
Im nächsten Teil werde ich mich mit dem fünften Schritt des Wochenrückblicks beschäftigen und berichten, ob sich die siebte Gewohnheit erfolgreich eingestellt hat.
Über die Serie »Zen To Done« — der Praxistest
Das Produktivitätssystem „Zen To Done“ von Leo Babauta basiert auf zehn Gewohnheiten. Zum Aufbau jeder einzelnen Gewohnheit, so empfiehlt Babauta, sollte man sich circa dreißig Tage Zeit nehmen. Alle vierzehn Tage berichte ich darüber, wie es mir gelingt, die Theorie in die Praxis umzusetzen.
Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11, Teil 12, Teil 13, Teil 14, Teil 15, Teil 16, Teil 17, Teil 18
Das Begleitbuch »Zen To Done«
Die Autoren des Blogs Imgriff haben das Buch „Zen To Done“ von Leo Babauta ins Deutsche übersetzt.
Hier geht’s zum E-Book »Zen To Done«
Leo Babautas Blog Zen Habits





Hallo, Svenja.
Ich halte einen Wochenrückblick für ziemlich nützlich. Zum einen verschafft er einem (meistens) das erhebende Gefühl, wieder ordentlich was weggeschafft zu haben, zum anderen hilft er z. B. längere Projekten zu strukturieren bzw. eine vorhandene Struktur an die Aktualität anzupassen. Ich räume deshalb immer am Freitagnachmittag meinen Rechner und meinen Schreibtisch auf und räume weg, was fertig ist. Danach beginnt dann bewusst das Wochenende.
Die Sache mit den Lebens– oder Jahreszielen ist interessant. Die Idee, dass man sich Lebensziele setzen müsse und die in Jahrzehnt-, Jahres– Monats– etc. –ziele herunterbrechen, stand schon in der »Bedienungsanleitung« meines ersten »Zeitplanbuches«. Aber ich habe leider nie verstanden, was damit gemeint sein soll. (Und für Aufklärung wäre ich da dankbar.)
Je länger eine zu planender Zeitraum ist, desto unbestimmter sind die Ziele. Das ist nix Neues. Und jetzt mein ganzes Leben planen? Heisst das: Mit 25 das Studium fertig, mit 27 geheiratet, mit 30 ein Eigenheim etc.??
Aber wozu soll man so etwas planen? Habe ich schmählich versagt, wenn ich mein Studium mit 27 abschließe, erst mit 35 heirate und überhaupt kein Eigenheim baue? He, das ist vermutlich mein einziges Leben!! Was interessiert mich da, welches Auto ich mir wann leisten können soll?
Für mich wichtige Lebensziele wie Gelassenheit, Zufriedenheit, eine bewusste Einstellung zu den Dingen, die einen umgeben etc. lassen sich nicht planen.
Und ehrlich gesagt, ich bin froh, wenn ich die kommende Woche überblicken kann. Ich hasse es, eine Veranstaltung ein halbes Jahr im Voraus buchen zu müssen oder einen Tisch im Restaurant ewig lang vorzubestellen. Woher soll ich wissen, ob ich in zwei Wochen noch Appetit drauf habe?
Hallo Svenja, einen Wochenrückblick halte ich für sehr nützlich. Im Moment nehme ich eher jeden Tag wie er kommt und kann nicht wirklich vorrausschauend planen, aber dadurch vergeht die Zeit wie im Flug. Am Ende der Woche weiss ich gar nicht mehr was alles gelaufen ist. Ich glaube ich werde sogar versuchen das mal ein wenig aufzuschreiben. Das ist zwar dann eher zu privaten Zwecken, aber bestimmt hilfreich.
Lebensziele habe ich auf jeden Fall, schwierig sich da festzulegen, ob das dann dieses Jahr erfüllt werden muss oder nicht, aber ich glaube es ist ganz gut zu wissen was man möchte. Allerdings sollte man sich auch nicht den Kopf zerbrechen, wenn man es nicht weiss. Ich denke Lebensziele formen sich von ganz allein, je nach Lebenssituation. Wichtig ist vielleicht dieses Ziele immer mal zu überprüfen, ob das immer noch etwas Erstrebenswertes ist.
Hallo Janet und luix,
vielen Dank für eure Rückmeldungen.
Ich denke, jeder muss für sich selbst herausfinden, wie hoch er seine Ziele stecken will und was er darunter verstehen möchte, weil es doch eine sehr persönliche Angelegenheit ist. Wie du schon meintest, Janet, sie hängen auch immer davon ab, in welcher Lebenssituation man sich gerade befindet. Außerdem hat jeder ein andere Einstellung dazu, was er gern planen oder was er lieber dem Zufall/Schicksal überlassen will.
luix, wenn Gelassenheit und Zufriedenheit zwei deiner Lebensziele sind, dann gibt es doch sicher auch kleinere Ziele, die du dir für eine Woche oder ein Jahr setzen könntest, um diese zu erreichen. Gelassenheit ist auch eines meiner Lebensziele und ich habe mir zum Beispiel für die nächste Woche vorgenommen, mich endlich mal für einen neuen Yogakurs anzumelden. Ziele können sich ja auch ändern, es heißt ja nicht, dass sie alles vorbestimmen und das ganze Leben deshalb durchgeplant ist.
Janet, deshalb denke ich auch, dass es wichtig ist, seine Ziele kontinuierlich zu überprüfen.
Auf seinem Blog hat Leo Babauta einen Artikel, „Think about your life goals“, veröffentlicht, in dem er vorschlägt, mit welchen Schritten man seinen Lebenszielen näher kommt.
Ja natürlich gibt es kleine Ziele, Svenja, aber die Anmeldung zu einem Kurs z. B. würde ich jetzt nicht einem Lebensziel zuordnen. Ich sehe das so: Die großen, langfristigen Ziele lassen sich (für mich) nicht planen. Man möchte hier etwas verändern, sich in diese Richtung entwickeln usw. Aber das kann ich nicht mit einem Datum versehen. Die kleinen kurzen Ziele, aus denen der Alltag besteht, die müssen natürlich geplant werden. Aber das behandele ich tage– und wochenweise. Und manchmal nehme ich mir für einen speziellen Monat bewusst etwas vor.
P.S.: Vielen Dank, Svenja, für den Link. Mit Punkt 1 aus Leos Liste komme ich noch mit :-)