»Zen To Done« — der Praxistest. Teil 20: Kleine Schritte machen

»Zen To Done« — der Praxistest. Teil 20: Kleine Schritte machen

Für meine Lebensziele brauche ich definitiv einen Sonderfahrplan. Das zehnte Kapitel auf meine Art.

Bei euch Lesern ist hoffentlich bisher nicht der Eindruck entstanden, dass ich nun alle studierten ZTD-Gewohnheiten im Schlaf beherrsche und alle Ratschläge von Leo Babauta immer für richtig halte. Für eine große Zusammenfassung meiner Erfahrungen ist es noch etwas früh. Manchmal musste ich mich jedoch ganz schön ins Zeug legen, um Leos wertvolle Tipps regelmäßig in die Praxis umzusetzen. Dem Kapitel über den Wochenrückblick stehe ich zum Beispiel gespalten gegenüber.

Halt, stop!

Nachdem ich meine Lebensziele aufgeschrieben hatte, erschien es mir erst ganz leicht, daraus ein Jahres– und Wochenziel abzuleiten. Doch als ich mich schließlich mit dem fünften Schritt des Wochenrückblicks beschäftigte, kam ich ins Stocken.

Der fünfte Schritt des Wochenrückblicks

In der deutschen Übersetzung heißt es: „5. Lege Dein Wochenziel fest und plane Deine wichtigsten Aufgaben der kommenden Woche, die ‚großen Brocken‘. Hast Du Dein kurzfristiges Ziel erreicht (siehe ersten Schritt oben), musst Du Dir ein neues zurechtlegen.“

Ein Ziel zu viel

Auf der einen Seite hat man seine „großen Brocken“, die wichtigsten Aufgaben der Woche, zu erledigen. Die soll man sich sogar in seinem Terminkalender notieren, damit man sie auch garantiert erledigt. Macht meiner Meinung auf jeden Fall Sinn. Auf der anderen Seite gibt es jetzt noch ein weiteres Wochenziel, das man, wenn es denn schon vor Wochenendbeginn erreicht wurde, gleich durch ein neues ersetzen soll. Auch die Schritte, die für dieses Ziel notwendig sind, soll man sich notieren.

Ziele am laufenden Band — ist das wirklich gut für mich?

Sollte man sich für ein Ziel, mit dem man wiederum verfolgt, eines seiner Lebensziele zu erreichen, derartig pushen? Wenn ich immer im Hinterkopf habe „wenn du das geschafft hast, nimm dir gleich noch eins und dann noch ein Ziel vor“ — mache ich mir dann nicht unnötigen Stress? Man soll sich nicht zu viel vornehmen, lautet doch immer die Devise … Meine Lebensziele möchte ich lieber anders verfolgen.

Sonderfahrplan für meine Lebensziele

Eins ist sicher: Meine Lebensziele und Wünsche möchte ich nicht dem Zufall überlassen. Damit ich meinen Lebenszielen näher komme, habe ich mir vorgenommen, kontinuierlich an ihnen zu arbeiten. Wichtig ist für mich allerdings, dass ich sie nicht in einen Topf mit den „großen Brocken“ werfe, sondern sie gesondert behandele und gut pflege.

Drei Gedankengänge

  • Meine Lebensziele möchte ich nicht auf Jahresziele herunterbrechen. Das klang erst verlockend, erscheint mir jedoch wenig praktikabel.
  • Jede Woche nehme ich mir eine Aufgabe vor, die mich einem Lebensziel ein bisschen näher bringt. Aber ganz entspannt. Das Wochenziel möchte ich ganz leicht erreichen. Verfolgt man zum Beispiel gerade ein langfristiges berufliches Ziel, werden sicherlich eh schon die „großen Brocken“ auf dieses mögliche Lebensziel ausgerichtet sein. Infolgedessen könnte das Wochenziel zum Beispiel nur eine Kleinigkeit abdecken. Wie etwa: „Jetzt endlich bestelle ich mir mal dieses vielversprechend klingende Buch zum Thema Unternehmenskommunikation“.
  • Lebensziele sind etwas ganz Wertvolles und Persönliches. Es hat sich für mich allein schon gelohnt sie zu Papier gebracht zu haben. Sie hin und wieder zu überprüfen, halte ich für eine sehr sinnvolle Sache.

Vielen Dank noch einmal für eure Kommentare zu meinem letzten Erfahrungsbericht „Hinterm Horizont …“. Die haben mich wirklich inspiriert.

Wie behaltet ihr eure Lebensziele und Wünsche im Blick?


Vorschau

Im nächsten Teil berichte ich von meinen ersten Erfahrungen mit der achten Gewohnheit „Vereinfachen“.



Über die Serie »Zen To Done« — der Praxistest

Das Produktivitätssystem „Zen To Done“ von Leo Babauta basiert auf zehn Gewohnheiten. Zum Aufbau jeder einzelnen Gewohnheit, so empfiehlt Babauta, sollte man sich circa dreißig Tage Zeit nehmen. Alle vierzehn Tage berichte ich darüber, wie es mir gelingt, die Theorie in die Praxis umzusetzen.


Teil 1, Teil 2, Teil 3Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8, Teil 9, Teil 10, Teil 11, Teil 12, Teil 13, Teil 14, Teil 15, Teil 16, Teil 17, Teil 18, Teil 19

Das Begleitbuch »Zen To Done«

Die Autoren des Blogs Imgriff haben das Buch „Zen To Done“ von Leo Babauta ins Deutsche übersetzt.

Hier geht’s zum E-Book »Zen To Done«

Leo Babautas Blog Zen Habits